Dieses Jahr (2025) haben wir überraschend eine große Ansammlung von Ameisenlöwen im Garten. Sie haben ihre Trichter, es sind ca. 20 Stück, neben der Terrasse angelegt. Und zu meinem Schrecken genau auf dem Brutplatz der Frühlingspelzbiene. Nun beobachte ich diese seltsamen, sehr versteckten Tierchen. Fotografisch sind sie schwer darzustellen, es guckt ja höchstens mal die Greifzange heraus. Oft ist nichts zu sehen. Einen habe ich überrascht, er war ausserhalb seines Trichters unterwegs. Schnell hat er sich wieder eingegraben, das Hinterteil zuerst. Wenn der Trichter erneuert wird, dann wandert ein kleiner Sandhaufen umher und es ist auch schon mal der Kopf zu sehen.
Viele sehen auf den ersten Blick wie Wildbienen oder Wespen aus und erschrecken so ihre Feinde.
Da ich einige Schlafäpfel in den Rosen hatte, wollte ich nun doch genauer wissen, was es damit auf sich hat. Zuerst mal das "Gewächs" fotografiert und dann im Internet gesucht. Ab April des Folgejahres sollten die Rosengallen schlüpfen. Über den Winter wurde das Gewächs dunkler und fiel zusammen, blieb aber kompakt am Ast. Ein Stückchen davon habe ich im April mit ins Haus genommen und geöffnet. Die Schale war sehr hart und es ist mir ein Rätsel, wie da die Rosengallen herausschlüpfen können. Ich fand in dem kleinen Stück 2 Kammern mit je einer Larve. Die eine Larve veränderte sich im Mai dann so, dass die zukünftige Rosengalle (Diplolepis rosae) zu erkennen war.
Von dem Stück, dass ich von der Rose genommen hatte bzw. das heruntergefallen war, hatte ich ja nur ein kleines Stückchen geöffnet. Ein gröseres Stück des Gewächses blieb aber in meinem Beobachtungsglas liegen. Eines Morgens, ich war noch sehr verschlafen und leider nicht schnell beim Fotografieren, war dort ein kleines schwarzes Insekt aktiv unterwegs, aber die 2 Larven lagen noch im Glas. Also musste das etwas anderes sein. Unten sind 2 Bilder davon, evtl. handelt es sich um die Räuberische Rosenerzwespe (Eurytoma rosae). Leider ist sie mir schnell entwischt. Das grössere Stück hat erkennbar ein Loch. Die Rosenerzwespe lebt gerne als Parasit bei der Rosengalle, die ja selbst ein Parasit ist.
Faltenwespe bezieht Brutplatz im Bienenhotel. Leider habe ich die Aktivitäten dieser Wespe erst entdeckt, als sie bereits die Brutröhre am Verschließen war. Später sah ich noch eine Wespe mit einer Käferlarve auf dem Weg ins Bienenhotel, die aber weggeflogen ist, als ich mit dem Fotoapparat zu nah kam. Sie hat doch tatsächlich die Blattkäferlarve liegengelassen und später nicht mehr geholt, siehe letztes Bild.
Wespe (3-4mm) mit Brutplatz im aufgehängten verblühten Himbeerstengel
Hornissenkönigin
Hornisse verspeist Honigbiene
Gottesanbeterin ißt genußvoll eine Wanze und sitzt dabei auf dem Sitzkissen der Hollywoodschaukel.
Die Bestimmung erfolgt zum Teil über die App Obsidentify. Bitte melden, wenn es falsch ist, vielen Dank!
